1934

Zur Lage der «protestantischen Opposition» in Deutschland

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Zur Lage der «protestantischen Opposition» in Deutschland

1934

Während der Frühjahrssemesterferien, die Barth in der Schweiz verbrachte, waren in der «Neuen Zürcher Zeitung» und in den «Basler Nachrichten» drei Artikel zur kirchlichen Lage in Deutschland erschienen,1 die seinen Widerspruch herausforderten. Besonders der letzte, von Albert Oeri2 verfasst und am 22. März 1934 veröffentlicht, reizte ihn zu einer Stellungnahme, die er am 24. März in Zürich3 niederschrieb: «Der neueste Schrieb von Oeri hat mir gestern die Feder in die Hand gedrückt zu einem Aufsatz zur Lage, wie man sie von der Schweiz aus sehen und nicht sehen solle.»4

Nachdem Charlotte von Kirschbaum und auch Rudolf Pestalozzi diesen Aufsatz «weniger wegen seines Inhalts als wegen der damit vollzogenen Geste überhaupt […] eindeutig als inopportun erklärt» hatten,5 verzichtete Barth wohl eher unwillig auf den ursprünglich vorgesehenen Abdruck in den «Basler Nachrichten».6 Stattdessen beabsichtigte er nun, den Text für das nächste zu schreibende Vorwort der Reihe «Theologische Existenz heute»7 zu verwenden.8 Auch als |158 Thurneysen und der mit Barth verwandte Herausgeber der «Basler Nachrichten», Karl Sartorius9 , ihm eine anonyme Veröffentlichung vorschlugen,10 ließ er sich nicht umstimmen.

Von dem bisher nicht veröffentlichten Text existiert lediglich das dreiseitige, eng beschriebene Manuskript von Barths Hand (KBA 11060).

Zur Lage der «protestantischen Opposition» in Deutschland

Die kirchlichen Vorgänge in Deutschland und speziell die Geschicke der sogenannten «protestantischen Opposition»11 sind in der letzten Zeit in mehreren ernst zu nehmenden Äußerungen der schweizerischen Presse (Die Offensive des Reichsbischofs, B[asler] N[achrichten], 3./4. März12; Der Pfarrernotbund am Ende?, N[eue] Z[ürcher] Z[eitung], 5. März13; Agonie des deutschen Protestantismus, B[asler] N[achrichten], 22. März14) in einem Licht und Ton dargestellt worden, dessen Pessimismus einiger Einschränkungen bedarf. Die Entstehung des Fernbildes: als ob die kirchliche Opposition in den letzten Monaten ungefähr zusammengebrochen,15 als ob die Ungrundsätz|159lichkeit der Führung des Pfarrernotbundes eindeutig erwiesene Tatsache,16 als ob der völlige Triumph der Reichsbischofspartei nur noch eine Frage der Zeit,17 als ob weitere Hoffnung nur noch auf das «Leiden» der Unterlegenen zu setzen sei18 – die Entstehung dieses Fernbildes ist wohl verständlich. Ich zweifle nicht daran, dass die Verfasser der erwähnten Aufsätze allerlei ihnen zugekommene Stimmen aus dem Reiche für sich geltend machen können. Und es ist doch ein Fernbild: Alles stimmt, und wer draußen lebt und die Gestalten und Ereignisse aus der Nähe kennt, wird dennoch sagen müssen, dass Alles auch wieder gar nicht stimmt. Wer vom Ausland her zu verfolgen versucht, was in der deutschen Kirche vorgeht, kann sich gar nicht genug klarmachen, dass unsere Lebensäußerungen schon lange nur noch zum geringsten Teil den Weg der Zeitung und Zeitschrift, son|160dern in der Hauptsache den des Briefes, des Telephons, des Vervielfältigungsapparats und des Gesprächs hinter vier Wänden gehen.19 Wer ohne dauernden Zugang zu diesen Quellen unsere Existenz zu definieren sucht, wird mindestens ein großes Risiko auf sich nehmen, uns trotz aller Aufmerksamkeit misszuverstehen. Man könnte Bücher schreiben und man wird wohl später einmal Bücher schreiben über das, was sich in diesem Jahr nur auf dem Gebiet des kirchlichen Lebens in Deutschland in Wirklichkeit zugetragen hat. Es ist nicht meine Absicht, dazu hier auch nur einen Anlauf zu nehmen. Ich erlaube mir nur einige Zurechtstellungen hinsichtlich der in jenen schweizerischen Aufsätzen erörterten letzten Phase der Entwicklung.

Es ist richtig, dass sich die Reichsbischofspartei nach den schweren Erschütterungen, die sie im November durchgemacht,20 seit Neujahr noch einmal gewaltig zusammengerafft und unter einem Beistand der Staatsregierung, dessen Wesen in Grenzen (anders als im Sommer |161 1933! 21) etwa als «sehr wohlwollende Neutralität» zu bezeichnen wäre, in Form der bekannten Sportpalastreden22 und Gesetzeserlasse23 |162 zu einigen gewaltigen Schlägen ausgeholt hat. Ihre Absichten sind objektiv eindeutig schlimm. Man stelle sich aber ihre tatsächliche Macht nur ja nicht zu groß vor. Wenn eine Kirchenregierung und Kirchenregierungspartei keine (wirklich keine!) geistliche Autorität hat, wenn ihre geistige Autorität steht und fällt mit der einen Handvoll aufgeregter Professoren und Journalisten, wenn ihre faktische Autorität schließlich nur darin besteht, dass sie nun einmal im Namen der Kirche das Wort führen darf und im Besitz der Schlüssel – zu gewissen Verwaltungsräumen und Kassen ist, dann muss auch «wer rein rationalistisch mutmaßt»24 zugeben, dass eine dauernde Aufrechterhaltung eines solchen Regimentes wenig wahrscheinlich ist. Sollte nicht schon eine ruhige Betrachtung der Photographien der Hauptbeteiligten das Ausland einigermaßen darüber beruhigen, dass der Schrecken, der jetzt tatsächlich von ihnen ausgeht, irgendeinmal seine Grenzen finden wird?25 Sie wissen nicht allzu genau, was sie wollen, und sie sind der Güte dessen, was sie zu wissen meinen, nicht allzu sicher. Sie sind nicht einmal dessen allzu sicher, wie lange und wie weit sie sich jenes eingeschränkten Beistandes seitens der Staatsregierung zu erfreuen haben werden.

Es ist ferner richtig, dass die Opposition, sofern sie durch die Bischöfe Meiser, Wurm, Schöffel und die andern «Kirchenführer» vertreten war, im Januar eine gründliche moralische und faktische Schlappe erlitten hat,26 über deren Ursache und Hergang wohl erst |163 jene spätere Geschichtsschreibung wird urteilen können, die aber zweifellos eine Schlappe war, die vom Gegner gründlich ausgenutzt wurde27 und die allerhand weitere Haltlosigkeiten auf Seiten der Opposition28 zur Folge hatte. Immerhin: es wurde entfernt nicht wieder so schlimm mit dem «Umfallen» wie im vergangenen Sommer.29 Es ist nicht wahr, dass der vom Reichsbischof diktierte Friede mit «tödlichem Schweigen» hingenommen wurde;30 man hat es in der Schweiz nur nicht hören können, wie kräftig und wirksam dagegen in allen |164 Tonarten geredet und geschrieben worden ist!31 Es ist nicht wahr, dass jetzt auch nur «der Pfarrernotbund am Ende» sei bzw. vor seiner «automatischen» Auflösung stehe.32 Abwarten! Noch ist er durchaus auf dem Plan, und zwar mindestens mit demselben preußischen Schneid wie seine Gegner. Und es ist nicht wahr, wenn der in dem B[asler] N[achrichten]-Aufsatz vom 22. März zitierte Otto Petras33 (man kann auch ein zu sehr «abseits stehender kühler Beobachter» sein!34) uns Alle miteinander, die wir uns draußen für den Protestan|165tismus zu wehren haben, als Melanchthoniden bezeichnet, die, «um Schlimmeres zu verhüten», «lächerlich schnell» jeden noch so bescheidenen Vorbehalt gegen den Einbruch des Heidentums in den Raum der Kirche preisgegeben hätten.35 Man frage in der Schweiz etwa die Besucher der diesjährigen Aarauer Konferenz36, ob sie etwa von dem für die «protestantische Opposition» draußen im besten Sinn repräsentativen Hans Asmussen den Eindruck eines solchen Melanchthoniden gehabt haben.37 Herr Otto Petras war einfach nicht gut informiert, als er so redete.

Es ist endlich richtig, dass die kirchliche Opposition an jenen grundsätzlichen innern Unklarheiten leidet, auf die die erwähnten schweizerischen Aufsätze hinweisen. Es ist auch nach meiner Ansicht richtig, dass insbesondere der Führer des Pfarrernotbundes mehrfach den Fehler gemacht hat, die Sache der kirchlichen Opposition im Wettlauf mit den «Deutschen Christen» durch jene unnötigen und ausgesprochenermaßen unerwünschten Reverenzerweisungen vor dem nationalsozialistischen Staat stärken und empfehlen zu wollen.38 |166 Es ist richtig, dass die ganze Problematik des Landeskirchentums als solchen weiten Kreisen der Opposition eben erst aufzudämmern beginnt.39 Und es ist insbesondere richtig, was der wohlverdiente Schreiber in der N[euen] Z[ürcher] Z[eitung] hervorhebt: man hat lange Zeit viel zu politisch-kirchenpolitisch, viel zu wenig geistlich-bekenntnismäßig gekämpft,40 und es hat sich Ende Januar gezeigt, dass eine gewisse oppositionelle «Gschaftlhuberei» im entscheidenden Augenblick weder Weisheit noch Tapferkeit an den Tag zu legen verstand.41 Es ist aber entschieden nicht richtig, wenn man an diesen Phänomenen hängen bleibt und nach ihrer Feststellung der protestantischen Opposition draußen das Grablied meint singen zu sollen. Ich bin nicht Nationalsozialist; ich habe aber Verständnis dafür, dass einem jüngeren grundehrlichen und tapferen, aber theologisch nicht unbedingt taktfesten Mann wie M. Niemöller, der nun einmal Nationalsozialist ist,42 die Kategorien zeitweise durcheinander gehen konnten. |167 Wer sicher ist, dass er sich in der Schlacht unter ähnlichen Umständen besser gehalten und geschlagen hätte, der werfe den ersten Stein auf ihn [vgl. Joh. 8,7]. Was ich auch gegen ihn einzuwenden habe, dabei könnte ich nicht mittun. Entsprechendes wäre aber auch zu den sonstigen an sich unleugbaren Fehlern der protestantischen Opposition draußen zu sagen. Man muss sich klarmachen, was es heißt, dass es mitten in der auf Herz und Nieren gehenden [vgl. Ps. 7,10; Jer. 11,20; 17,10; Apk. 2,23] Umwertung aller Werte43 in einer Kirche, die auf solche Dinge wahrlich innerlich nicht vorbereitet war, überhaupt zu einem Widerstand gegen den scheinbar und angeblich durch die neue Staats- und Lebensgestalt notwendig bedingten Einbruch gekommen ist. Und dass man sich dann erst mitten im Sturm der Überrumpelung klarmachen musste, dass dieser Widerstand in Form eines geistlich-bekenntnismäßigen Kampfes geleistet werden müsste und was das etwa heißen möchte. Dass es dann immer auch eine Art Naturnotwendigkeit ist, wenn der alte Adam [vgl. Röm. 5,12–21; Eph. 4,22; Kol. 3,9] immer noch und immer wieder in ordinärer Kirchenpolitik macht. Und dass er sich vollends, auch wenn er ein Bischofskreuz trägt, solche weittragenden Probleme wie das des Landeskirchentums als solchen nicht von einem Tag auf den andern – und man vergegenwärtige sich, was für Tage unsere Tage draußen sind – in seiner prinzipiellen Schärfe vor Augen zu stellen vermag. Es ist darum doch nicht alles nichts, was die kirchliche Opposition in Deutschland geleistet |168 hat und tatsächlich Tag für Tag leistet. Ich bin m. W. einer der Ersten gewesen, die sie öffentlich kritisiert haben,44 und darf es darum ebenso öffentlich sagen: man soll ihr ihr Bekennen, ihren geistigen und physischen Widerstand, ihren ernsten Versuch (gibt es hier mehr als Versuche?), «sich allein auf den Glauben zu stellen»45, in den Kirchen außerhalb Deutschlands erst einmal in ähnlicher Situation nachmachen! Man wird dann verstehen, wie versuchlich eine solche Situation sein kann, wie schwer es ist, in solcher Situation einigermaßen das Rechte zu treffen, und – wie leicht, es aus der Ferne und in der Ruhe tatsächlich besser zu wissen. Was mich betrifft, so habe ich noch nie so freudig an die Kirche – ja wirklich an die Kirche, ich hätte das früher auch nicht gedacht – geglaubt wie in diesem Jahr und auch in diesen letzten Monaten, in denen ich in meiner Weise in den Reihen der – zugegeben fragwürdigen – protestantischen Opposition mittun durfte. Ich habe ja das Beste, was für diese Opposition zu sagen wäre, nicht gesagt und will es zum Schluss nur andeuten: Sie hat, was auch gegen sie zu sagen sein und was ihr auch noch widerfahren mag, die Sache für sich, von der mit eindeutiger Bestimmtheit zu sagen ist: sie wird nicht geschlagen werden.46

Sachfußnoten

1
Siehe unten, Anm. 11, 13 und 14. ↩
2
Jakob Albert Oeri (1875–1950), seit 1902 Redakteur, seit 1925 Chefredakteur und (zusammen mit Karl Sartorius [s. Anm. 9]) Leiter der «Basler Nachrichten». ↩
3
Barth befand sich zur Feier der Konfirmation Heinrich Sylvester Pestalozzis (1917–2010), eines Sohnes des eng befreundeten Ehepaars Gerty (1893–1978) und Rudolf Pestalozzi (1882–1962), in Zürich (vgl. Brief Barths an Thurneysen vom 25.3.1934 [KBA 9270.619; Bw.Th. III, S. 614 📖]). ↩
4
A.a.O.; Bw.Th. III, S. 617 📖. ↩
5
Ebd. ↩
6
Im Taschenkalender Charlotte von Kirschbaums findet sich unter dem 25.3.1934 der Eintrag: «Karl und ich unter dem Schatten der Auseinandersetzung über den Artikel in den Basler Nachrichten. Gespräch zu dreien mit Ruedi [Pestalozzi] schafft Erleichterung. Auch er der Ansicht, besser nicht drucken.» ↩
7
Vorwort [zu: Offenbarung, Kirche, Theologie] 📖, datiert auf den 1. April 1934 (s. unten, S. 218-239). ↩
8
Vgl. Brief Barths an Thurneysen vom 25.3.1934 (Anm. 3; Bw.Th. III, S. 617 📖). ↩
9
Karl Sartorius (1890–1965) war ein Vetter Barths und seit 1923 Direktor und Herausgeber der «Basler Nachrichten». ↩
10
Sartorius hatte Barth am 26.3.1934 geschrieben (KBA 9334.377): «Ohne den Inhalt des Artikels zu kennen, finden Eduard und ich, Du solltest ihn uns doch wenigstens zur Einsicht senden. So schade das wäre, könnte doch auch eine Veröffentlichung ohne Autornennung stattfinden.» Vgl. Brief Thurneysens an Barth vom 26.3.1934 (KBA 9370.722; Bw.Th. III, S. 623 📖). ↩
11
Von der «protestantischen Opposition» schrieb mehrfach: [A.] O[eri], Die Offensive des Reichsbischofs (Tagesbericht), in: Basler Nachrichten, Jg. 90 (1934), Nr. 61 vom 3./ 4.3.1934 📖. ↩
12
Siehe Anm. 11. ↩
13
Der Pfarrernotbund am Ende?, in: Neue Zürcher Zeitung, Jg. 155 (1934), 5.3.1934 📖. – Laut der Archiv-Redaktion der «Neuen Zürcher Zeitung» bleibt der Verfasser auch im Registerband der Zeitung anonym und kann nicht mehr ermittelt werden (Auskunft vom 10.7.1997). ↩
14
[A.] O[eri], Agonie des deutschen Protestantismus (Tagesbericht), in: Basler Nachrichten, Jg. 90 (1934), Nr. 80 vom 22.3.1934 📖. ↩
15
Vgl. bes. ebd. – Letztlich aber steht diese These auch bei den beiden anderen Artikeln im Hintergrund. So heißt es dort z. B.: «Wer die im gestrigen Depeschenteil […] enthaltenen Meldungen gelesen hat, wird wissen, welche Stunde der innerkirchlichen protestantischen Opposition geschlagen hat» (Oeri, Offensive [Anm. 11]). «Aber der Notbund ist an seiner eigenen ‹Politik› zugrunde gegangen. Es ist kein Zufall, daß er heute zerfällt» (Art. Pfarrernotbund [Anm. 13]). ↩
16
Vgl. bes. Art. Pfarrernotbund (Anm. 13) 📖: «In der Haltung des Notbundes lag seit langem ein unlösbarer Widerspruch, der sich nunmehr zum Keim der Auflösung entwickelt hat. […] Statt die klare Linie eines evangelischen Protestes weiterzugehen, statt die Erneuerung der Kirche mit der Fortbildung des Bekenntnisses gegen den widerchristlichen Geist zu wagen, erlag man den Versuchungen der Kirchenpolitik. […] Der Notbund hat sich als unkräftig erwiesen, eine erfolgreiche Kirchenpolitik zu treiben, und er ist unfähig, dem widerchristlichen Geiste der Deutschen Christen mit einem einigen evangelischen Glauben zu begegnen.» ↩
17
Unter Bezugnahme auf Äußerungen Reichsbischof Müllers (vgl. unten, Anm. 22) und auf die restriktive Handhabung der Zulassung von Bibelkreis-Angehörigen zum Theologiestudium schlussfolgerte Albert Oeri: «Mit solchen und ähnlichen Mitteln kann ziemlich rasch dafür gesorgt werden, daß es auf und unter den Kanzeln so aussieht, wie der Reichsbischof es den Deutschen Christen versprochen hat» (ders., Offensive [Anm. 11] 📖). ↩
18
«Siegt sie [= die protestantische Opposition] wider alles menschliche Ermessen dennoch, so wird sie es nicht dem, was sie fordert, zu verdanken haben, sondern dem, was sie leidet. Es kommt darauf an, wie viele leidensbereite Glieder sie hat.» (ebd.) – «Wir glauben mit Pastor von Bodelschwingh, daß den Entscheid über das Schicksal des deutschen Protestantismus nicht das taktische Geschick oder Ungeschick seiner oppositionellen Führer geben wird, sondern die Leidensbereitschaft von Pfarrern und Gemeinden» (ders., Agonie [Anm. 14] 📖). ↩
19
Die Berichterstattung in deutschen Zeitungen und Zeitschriften war bereits seit Ende 1933 nur noch sehr eingeschränkt möglich. Am 28. November 1933 hieß es in einer Presseanweisung des Propagandaministeriums, dass «keine Zeile mehr über den Streit innerhalb der Deutschen Christen veröffentlicht werden darf.» Bei Verstößen gegen diese Anweisung wurde ein Verbot der betreffenden Zeitung angedroht. Zur Begründung hieß es: «Das Propagandaministerium ist der Meinung, daß sich die evangelische Geistlichkeit mehr um die Seelsorge und das Winterhilfswerk zu kümmern habe, als einen dogmatischen oder politischen Streit auszufechten, dessen Sinnlosigkeit offen zutage liegt» (DKPDR I, S. 178 📖). – Am 6. Dezember wurde das Verbot bekräftigt und noch erweitert: «Das Propagandaministerium erinnert an das uneingeschränkte und strikte Verbot aller Veröffentlichungen über Kirchenfragen mit Ausnahme der kirchenamtlichen Mitteilungen des Reichsbischofs. Auch Erklärungen der streitenden Parteien usw. sollen nicht gebracht werden» (ebd.). – Vgl. auch: G. E. Stoll, Die evangelische Zeitschriftenpresse im Jahre 1933, Witten 1963, S. 178–200. 📖 Unbekannt waren diese Umstände zumindest auch Albert Oeri nicht, der seine Empfehlung, die Urteile «abseits stehender kühler Beobachter» zur Kenntnis zu nehmen, mit der Bemerkung verband: «Man muß diese Urteile sorgfältig suchen; denn für die Tagespresse existiert auf höheren Befehl der Kirchenstreit nicht» (Oeri, Agonie [Anm. 14] 📖). ↩
20
Gemeint sind die Ereignisse im Gefolge des sog. «Sportpalastskandals» (vgl. V.u.kl.A. 1930–1933, S. 581, Anm. 1 📖), mit denen sich Barth besonders im Vorwort [zu: Die Kirche Jesu Christi] auseinandergesetzt hatte (in: a.a.O., S. 600–618, dort S. 603–612 📖). ↩
21
Vgl. oben, S. 122, bes. Anm. 70. ↩
22
Am 28. Februar 1934 hatte erneut eine Versammlung des Gaues Groß-Berlin der Deutschen Christen im Sportpalast stattgefunden. Reichsbischof Müller erklärte in seiner «programmatischen Rede» (so die Überschrift über dem Bericht in: AELKZ 67 [1934], Sp. 228f. [Ausgabe vom 9.3.1934 📖]) dort: «Ich selbst bin in meiner Art, in meinem Wollen und Streben immer bewußt und mit voller Absicht ‹Deutscher Christ› gewesen und werde auch ‹Deutscher Christ› bleiben» (Gauger 📖). Der Pfarrernotbund wurde von ihm der Opposition zum Nationalsozialismus bezichtigt: «Wenn aber die Gegner des Nationalsozialismus die Kanzeln mißbrauchen zu reaktionären Umtrieben, dann werde ich das bestimmt nicht dulden, und unsere Gemeinden werden solche Elemente mit elementarer Gewalt hinwegfegen. […] Wenn die Gegnerschaft des Nationalsozialismus meint, sich in den Raum der Kirche flüchten zu können, um von hier aus den Staat zu unterminieren, so wird das nationalsozialistische Kirchenvolk diesen unterirdischen Wühlern eine so deutliche Antwort geben, daß diesen Leuten Hören und Sehen vergehen wird» (Gauger I, S. 149; vgl. AELKZ, ebd.). – Christian Kinder, «Reichsleiter» der Deutschen Christen, griff die Mitglieder des Pfarrernotbunds persönlich an: «Ich sage, diese weltfremden Pfarrer nennen sich ‹Notbund› und wohnen getrost in ihrem großen Pastorat, haben ihr gesichertes Gehalt und haben für sich und ihre Familie bis über ihre Pensionierung hinaus ein sorgenfreies Leben. Ich frage: Woher nehmen solche Pfarrer das Recht, von Not zu sprechen?» (Gauger I, ebd.). ↩
23
Nachdem der sogenannte «Maulkorberlass» vom 4. Januar 1934 (s. oben, S. 125f., Anm. 13) auf den entschlossenen Widerstand der kirchlichen Opposition gestoßen war und die Position des Reichsbischofs eher noch verschlechtert hatte, versuchte Müller die Tage und Wochen nach dem Kirchenführerempfang (s. unten, Anm. 26; vgl. auch oben, S. 119f.) dafür zu nutzen, seine Machtposition erheblich auszubauen. Am 26. Januar 1934 erließ er die «Verordnung zur Sicherung einheitlicher Führung der evangelischen Kirche der altpreußischen Union», die alle Machtbefugnisse auf den Bischof, also auf ihn selbst übertrug (GDEK 2 [1934], S. 5 📖; vgl. Gauger I, S. 140 📖). Auf dieser Grundlage entstanden im Februar weitere Verordnungen, die dem Landesbischof das Recht gaben, einzelne Pfarrer aus dienstlichen Gründen ohne Einspruchsmöglichkeit in andere Pfarrämter oder in den Ruhestand zu versetzen ( 3. Februar 1934; vgl. Gauger I, ebd.). – U. a. wurde am 10. Februar 1934 Martin Niemöller ohne jedes Verfahren zum 1. März 1934 in den Ruhestand versetzt (vgl. Gauger I, S. 137; Scholder II, S. 67–69 📖), die Ämter des Präsidenten, der weltlichen und geistlichen Vizepräsidenten im Evangelischen Oberkirchenrat der altpreußischen Unionskirche wurden aufgehoben (5. Februar; vgl. Gauger I, S. 140), und schließlich übertrug Müller am 1. März 1934 seine sämtlichen Befugnisse als Landesbischof auf die Deutsche Evangelische Kirche (GDEK 2 [1934], S. 11f.; vgl. Gauger I, S. 150). Am 2. März 1934 erließ das wenige Tage zuvor neugebildete Geistliche Ministerium (vgl. GDEK, a.a.O., S. 13) als Leitungsgremium der DEK das «Kirchengesetz über die Leitung der evangelischen Kirche der altpreußischen Union» (a.a.O., S. 12f.), das diese Kirche zu einer «Art Kirchenprovinz der Reichskirche» machte (Gauger). ↩
24
Vgl. Oeri, Offensive (Anm. 11) 📖: «Wer dagegen rein rationalistisch mutmaßt, muß zugeben, daß eine dauernde Aufrechterhaltung der innerkirchlichen Opposition wenig wahrscheinlich ist.» ↩
25
In Barths Sammlung von Artikeln zum Kirchenkampf findet sich ein Artikel «Der Kirchenstreit in Deutschland» aus der Zürcher Illustrierten vom März 1934, der eine Reihe von Porträts der am Kirchenkampf in führender Position beteiligten Personen enthält (KBA 16266). ↩
26
Gemeint ist der Verlauf des Kirchenführerempfangs bei Hitler am 25. Januar 1934 und als dessen Folge die Unterwerfung der Kirchenführer unter das Regiment Müllers in der gemeinsamen Besprechung am 27. Januar. Die danach veröffentlichte Erklärung, in der es u. a. hieß, die «versammelten Kirchenführer stellen sich geschlossen hinter den Reichsbischof und sind gewillt, seine Maßnahmen und Verordnungen in dem von ihm gewünschten Sinne durchzuführen», wurde von ihnen zunächst widerspruchslos hingenommen (Gauger 📖; vgl. auch oben, S. 119f.). ↩
27
Siehe oben, Anm. 23. ↩
28
Die Erklärung vom 27. Januar 1934 (s. oben, Anm. 26) entzweite die kirchliche Opposition zunächst, da der Pfarrernotbund und die Kirchenführer sich wechselseitig die Schuld am Verlauf der Empfänge bei Hitler und Müller gaben. Vor allem in den Landeskirchen Hannover, Bayern und Württemberg trat eine erhebliche Schwächung des Pfarrernotbundes ein, dessen Mitglieder sich dort vielfach an die Erklärung ihrer Bischöfe gebunden fühlten. In Württemberg wurde der Pfarrernotbund sogar formal aufgelöst (vgl. G. Schäfer, Die Evangelische Landeskirche in Württemberg und der Nationalsozialismus. Eine Dokumentation zum Kirchenkampf, Bd. 2: Um eine deutsche Reichskirche. 1933, Stuttgart 1972, S. 1065–1072 📖; Scholder II, S. 64–66 📖). ↩
29
Barth spielt auf das, wie er in Theologische Existenz heute! 📖 formulierte, «Ereignis einer geradezu verblüffenden Widerstandslosigkeit» an, «in der Pfarrer und Gemeindeglieder und Kirchenführer, Theologieprofessoren und Theologiestudenten, Gebildete und Ungebildete, Alte und Junge, Liberale, Positive und Pietisten, Lutheraner und Reformierte in Scharen dem Ansturm dieser Bewegung erlegen» waren (V.u.kl.A. 1930–1933, S. 331; vgl. a.a.O., S. 331–334). – Jetzt dagegen hatte etwa in Württemberg der Beschluss zur Auflösung des Pfarrernotbundes (s. oben, Anm. 28) nur zum Austritt von etwa 250 Pfarrern geführt, während mehr als 400 weiterhin dem Notbund treu geblieben waren (vgl. Schäfer, a.a.O., S. 1071 📖; W. Niemöller, Der Pfarrernotbund. Geschichte einer kämpfenden Bruderschaft, Hamburg 1973, S. 58f. 📖; Scholder II, S. 66 📖). ↩
30
Vgl. Oeri, Agonie (Anm. 14) 📖, der hier Otto Petras (s. unten, Anm. 33 und 34) zitiert: «[D]as tödliche Schweigen, in dem der vom Reichsbischof diktierte Kirchenfriede hingenommen wurde, bewies, daß nichts mehr zu hoffen war.» ↩
31
Soeben hatte Barth durch einen Brief Thurneysens vom 23.3.1934 von einer weiteren Audienz Meisers und Wurms bei Hitler erfahren (KBA 9370.721; Bw.Th. III, S. 610 📖). Sie hatten erkannt, dass ihre Zustimmung zu der von Müller vorgelegten Erklärung (s. oben, Anm. 26) ein Fehler gewesen war, den Müller in der beschriebenen Weise ausnutzte (s. oben, Anm. 23). Nunmehr drohten beide, öffentlich von dieser Erklärung abzurücken, und versuchten, Hitler von der Notwendigkeit eines erneuten Eingreifens zu überzeugen (vgl. G. Schäfer, Die Evangelische Landeskirche in Württemberg und der Nationalsozialismus. Eine Dokumentation zum Kirchenkampf, Bd. 3: Der Einbruch des Reichsbischofs in die Württembergische Landeskirche. 1934, Stuttgart 1974, S. 82–111 📖; Scholder II, S. 95–97 📖). – Daneben war es zunächst im Westen – unter Beteiligung Barths zuerst in Barmen zur Freien reformierten Synode –, dann auch in anderen Teilen des Deutschen Reiches zur Bildung Freier Synoden gekommen, in denen sich die Opposition nun auf ganz andere Weise, von den Gemeinden her, neu formierte (vgl. oben, S. 3–64, und unten, S. 221-224). ↩
32
Vgl. Art. Pfarrernotbund (Anm. 13) 📖: «[M]an wird den Pfarrerstand nach dem Vorbilde der Arbeitsfront oder der Reichskulturkammer zu einem öffentlich-rechtlichen Stand machen und in das ständische Gefüge des Dritten Reiches eingliedern. Das dürfte die Auflösung des Notbundes automatisch zur Folge haben.» ↩
33
Otto Petras (1886–1945), Lic. theol., evangelischer Pfarrer, 1923–1933 Direktor der Provinzial-Erziehungsanstalt in Wohlau (Niederschlesien), beeinflusst von völkischem Gedankengut, ab 1930 mehrere Veröffentlichungen im Widerstands-Verlag des dem Nationalbolschewismus nahestehenden Ernst Niekisch (1889–1967), u. a: O. Petras, Der deutsche Protestantismus auf dem Wege nach Rom 1530–1930, Berlin 1930 📖; ders., Post Christum. Streifzüge durch die geistige Wirklichkeit, Berlin 1935. 📖↩
34
Albert Oeri wies in Agonie (Anm. 14) 📖 auf die Notwendigkeit hin, zur Information über den Kirchenkampf nicht nur die Polemiken der Beteiligten zur Kenntnis zu nehmen, «sondern auch die Urteile abseits stehender kühler Beobachter», und nannte als ein Beispiel einen Aufsatz von Otto Petras (O. Petras, Heidnische Kirchenpolitik, in: Der Widerstand. Zeitschrift für nationalrevolutionäre Politik, Jg. 9 [1934], S. 65–71 📖), aus dem er ausgiebig zitierte. ↩
35
Ebd. zitierte Oeri aus dem genannten Aufsatz von Otto Petras: «Wiederholt hatten die Kreise von ‹Evangelium und Kirche› und die Notbundpfarrer feierlich erklärt, daß für sie der casus confessionis gegeben sei, daß sie um ihres Gewissens willen nicht mehr zurückweichen könnten. Aber schließlich wurde aus diesem Ansatz zu einer Lutherpose doch nur die melanchthonische Überlegung, daß man, ‹um Schlimmeres zu verhüten›, nachgeben müsse. […] Und wie lächerlich schnell brach nicht nur dieser, sondern jeder andere noch so bescheidene Vorbehalt gegen den ‹Einbruch des Heidentums in den Raum der Kirche› zusammen!» ↩
36
Barth hatte am 12. März 1934 die 37. Aarauer Studentenkonferenz (12.–14.3.) besucht (vgl. Bw.Brunner, S. 249 📖; Bw.Th III, S. 607, Anm. 7 📖). ↩
37
Zu Barths damals sehr positiver Einschätzung Asmussens vgl. oben, S. 133f., Anm. 44. Asmussen hatte ebenfalls an der Aarauer Konferenz teilgenommen und dort am 13. März eine Predigt gehalten, die Charlotte von Kirschbaum – sie war mit Gerty Pestalozzi an diesem Tag erneut nach Aarau gefahren – laut einer Notiz in ihrem Taschenkalender als «sehr eindrucksvoll» empfand. ↩
38
Oeri hatte in seinen beiden Aufsätzen darauf hingewiesen, dass die Pfarrer auch der kirchlichen Opposition in ihrer «staatsbürgerlichen Gesinnung hitlertreu bis auf die Knochen» wären und sich «nicht nur mit den Lippen, sondern mit dem ganzen Herzen» (Offensive [Anm. 11] 📖) zum von ihnen «anerkannten und gepriesenen Hitlerstaat» (Agonie [Anm. 14] 📖, hier ein Zitat aus dem Petras-Aufsatz [Anm. 34]) bekennen würden: «[…] nichts war verfehlter – aber für den Protestanten bezeichnender – als die Beteuerung des Führers der Notbundpfarrer in entscheidender Stunde, daß man mit der Kirchenopposition gleichzeitig das ‹wahre Wohl des Staates› zu besorgen meine» (ebd. [Zitat Petras]). ↩
39
Vgl. ebd. (Zitat Petras): «Auch hat keiner der Opponenten – und vielleicht am wenigsten die, welche, wie Bischof Meiser-München oder Schöffel-Hamburg, als Kraftzentren des Widerstands galten – sich ernstlich mit dem Gedanken anzufreunden vermocht, die Folgerungen aus einer wirklichen Opposition, den Verzicht auf das Landeskirchentum, zu ziehen.» ↩
40
Vgl. Art. Pfarrernotbund (Anm. 13) 📖: «[…] Tatsache bleibt jedenfalls, daß der Pfarrernotbund aus einem Bekenntnisakt entstanden und durch Bekenntnishandlung gewachsen ist […]. Es kam nur darauf an, eine große Bekenntnisbewegung über das ganze Land zu entfesseln. Das aber geschah nicht […]. Man sammelte nicht die Menschen zu neuen Gemeinden des Glaubens, sondern man spielte seine Macht aus, die Macht eines auf 7000 Mann anwachsenden Pfarrerbundes, die Macht der süddeutschen Bischöfe […]. Dieser kirchenpolitische Kampf mußte verloren gehen, weil er in einem politischen Raum geführt wurde, dessen Gesetze stärker waren.» – Die seiner Meinung nach zu starke kirchenpolitische Ausrichtung war 1933 auch Barths zentraler Kritikpunkt sowohl gegenüber der Jungreformatorischen Bewegung als auch gegenüber dem Pfarrernotbund (vgl. V.u.kl.A. 1930–1933, S. 340-359. 407–409. 584-586. 592 📖). ↩
41
Siehe oben, Anm. 26. ↩
42
Martin Niemöller wählte seit 1924 überwiegend NSDAP, las seit 1930 regelmäßig in Hitlers Mein Kampf 📖 und galt in seiner Gemeinde als der nationalsozialistische Pfarrer, war jedoch nie der Partei beigetreten. Vgl. J. Schmidt, Martin Niemöller im Kirchenkampf (Hamburger Beiträge zur Zeitgeschichte, 8), Hamburg 1971, S. 40–43 📖; O. Kühl-Freudenstein, Berlin-Dahlem, in: ders. u. a. (Hrsg.), Kirchenkampf in Berlin 1932–1945. 42 Stadtgeschichten (SKI 18), Berlin 1999, S. 396–411, dort S. 398. 📖 ↩
43
Anspielung auf eine der bekanntesten Wendungen Friedrich Nietzsches; vgl. etwa: Fr. Nietzsche, Götzen-Dämmerung oder Wie man mit dem Hammer philosophirt, Sämtliche Werke. Kritische Studienausgabe in 15 Bänden, hrsg. von G. Colli / M. Montinari, Bd. 6, München / Berlin 1999, Bd. 6, S. 55–161, dort S. 101f. 📖; ders., Ecce homo. Wie man wird, was man ist, a.a.O., S. 255–374, dort S. 365f. 📖 – Nietzsche selbst hatte daran gedacht, auch ein ganzes Werk unter dem Titel «Der Wille zur Macht. Versuch einer Umwerthung aller Werthe» zu veröffentlichen (vgl. ders., Zur Genealogie der Moral, in: a.a.O., Bd. 5, S. 245–412, dort S. 409 📖). Unter dem gleichen Titel veröffentlichte seine Schwester in einer bezüglich der Authentizität umstrittenen Ausgabe Texte aus seinem Nachlass (Nietzsches Werke, Bd. 9 und 10, Leipzig 1906 📖). ↩
44
Vgl. oben, Anm. 40. ↩
45
Vgl. ein weiteres bei Oeri, Agonie (Anm. 14) 📖, aufgenommenes Zitat von Otto Petras (s. Anm. 34): «Im Jahre 1934 war niemand mehr imstande – die rheinländischen ‹Freien Synoden› müßten denn durch Übernahme aller Konsequenzen das Gegenteil beweisen –, sich allein auf den Glauben zu stellen und von jeder menschlich-staatlichen Instanz hinweg an den Himmel zu appellieren.» ↩
46
Den Schlusssatz Barths darf man wohl speziell als Entgegnung auf einen Satz bei Oeri, Offensive (Anm. 11) 📖, verstehen, wo es hieß: «In hoc signo non vincent! Unter diesem Zeichen wird die protestantische Opposition nicht siegen.» – Zur darin enthaltenen Anspielung auf die Worte, die Kaiser Konstantin im Jahre 312 vor der Schlacht an der Milvischen Brücke erschienen sein sollen, vgl. unten, S. 795, Anm. 20. ↩