193
18. Januar 1932
Wieder ist ein Paragraph zu Ende gewälzt.1 Hier hast du ihn und dazu noch die letzten Protokolle aus dem Jahr 1931, darunter auch den Vortrag, den uns Pater Przywara in jenem Kreise hielt.2 — Karl ist unentwegt an der Arbeit, und nächsten Sonntag wird er überdies noch zu predigen haben.3 Bei euch ist inzwischen gewiß die «Großmama» eingetroffen oder doch durchgegangen.4 Alles in Allem sehen wir nun doch in Frieden auf ihr Hiersein zurück, und besonders ich bin ihr dankbar für ein letztes gutes Gespräch, das mir als «Ordnungsruf» sehr |194 nötig war. — Karl läßt dich sehr grüßen und hofft arg, daß du ihm einmal wieder schreibst. — In 14 Tagen dürfen wir Georgs Besuch erwarten, der in Duisburg vor den Lehrern reden und dann herüberkommen wird.5 Die erste Nummer von «Christentum und Wirklichkeit»6 liegt nun auch vor und brachte uns die Enttäuschung, daß du nicht darin zu Worte kamst. Sie wollen nächstens Karls «Fragen an das Christentum» bringen und dazu — die Safenwiler Predigt «Der Pfarrer, der es den Leuten recht macht».7—
Lieber Eduard, wir grüßen euch sehr herzlich und sag bitte Marguerite noch einen besonderen Gruß und Dank für ihren lieben Weihnachtsgruß.
Von Herzen
195 Karl liest jeden Abend aus dem Andachtsbuch vor. Lieber Eduard, was war das für ein böser Absturz: nach dir — Fendt!8 Wir schleppen ihn mühsam durch seine drei Wochen, nicht ohne daß Karl im Lesen noch korrigiert!!