An Francis P. Miller, Christlicher Studenten-Weltbund, Genf
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An Francis P. Miller, Christlicher Studenten-Weltbund,
Genf
1928
Am 7.3.1928 bat
«Das Thema selber bietet viele Möglichkeiten und verlangt eine viel intensivere Behandlung. Durch unsere Zeitschrift selber ist uns aber eine gewisse Begrenzung auferlegt. Überdies sind für die Studenten, für die diese Zeitschrift bestimmt ist, kürzere und ziemlich einfach gehaltene Abhandlungen von größerem Dienst als eine sehr eingehende und vollständige Analyse. Es wäre uns sehr wertvoll, von Ihnen einen Artikel über ‹den Glaubenschristen› zu haben. Ich weiß, wie sehr Ihre Zeit und Kraft in Anspruch genommen ist. Da aber Ihre Gedanken in so starkem Maße heute in vielen unserer Bewegungen besprochen werden und auch von starkem Einfluß auf die Besprechungen in Indien sein werden, glaube ich mich für meine Anfrage nicht entschuldigen zu müssen. Ihr Artikel wird von den Führern der Christlichen Studentenbewegungen der verschiedensten Nationen gelesen werden, und Sie werden damit eine Bereicherung zu dem Gedankenkreis unserer Bewegungen geben. Ich möchte Sie bitten, den Artikel nicht länger als etwa 3.000 Worte abzufassen […]»
Barth lehnte am 12.3.1928 in einem Briefe die Bitte ab, erlaubte aber den Abdruck dieses Briefes, der in der deutschen Fassung und in einer Übersetzung ins Englische in der Juli-Nummer der Zeitschrift wiedergegeben wurde.1 Als Überschrift wurde «Der innere Mensch» |111 gewählt und im Anschluß an den Brief eine Predigt
Sie waren so freundlich, mich zur Mitarbeit an der Julinummer der Zeitschrift «
Die Einheit der Christen in Christus sei eine Wirklichkeit, die durch eine Addition von möglichst vielen und verschiedenartigen christlichen Standpunkten sichtbar darzustellen ist.
Die christliche Wahrheit bestehe also in der Summe oder im Querschnitt der jeweilen im Umlauf befindlichen christlichen Gedanken und Meinungen.
Die christliche Erkenntnis vollziehe sich also auf dem Weg einer Auswahl und gegenseitigen Abrundung zwischen diesen verschiedenen christlichen Ansichten.
Diesem Anschein, den ich für verhängnisvoll halte, möchte ich nicht dienen, indem ich meinen Namen und eine Äußerung meiner Gedanken zu der beabsichtigten Stimmensammlung hergebe. Gerade wenn es so ist, wie Sie schreiben: daß meine Gedanken da und dort auch in Ihren Kreisen Eingang gefunden haben, könnten Alle die, die |112 wissen, um was es mir geht, sich nur wundern darüber, mich in dieser Reihe auftauchen zu sehen. Mein Beitrag kann in diesem Fall nicht darin bestehen, daß ich 3000 Worte sage, sondern daß ich kein einziges Wort sage; das ists, was ich ehrlicher Weise hier allein tun kann.
Fassen Sie es bitte nicht als Hochmut auf, daß ich Ihre Einladung nicht annehme, sondern glauben Sie mir, daß ich es persönlich gerne tun würde, wenn ich die Lage sachlich anders ansehen könnte. Wenn es Ihnen schwer fallen sollte, mich zu verstehen, so wird Ihnen gewiß Herr Dr.