Fragebeantwortung in Kopenhagen
FRAGEBEANTWORTUNG IN KOPENHAGEN
Während
Fragebeantwortung in Kopenhagen
Es gibt keine rein theologische Sprache, sondern alle Theologie muß in einer nicht-theologischen Sprache ihren Ausdruck finden; und da die Sprache sich durch die Zeiten ändert, kann es auch notwendig werden, die theologischen Ausdrücke zu verändern. Im übrigen sehe ich das Wesentliche nicht in all diesen Diskussionen über die Sprache1; das Wesentliche ist die Frage nach der richtigen Sache.
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Auf dem Fußballfeld ist der Ball Gott. Oder das Tempo ist Gott, an der Börse heißt er Mammon. Auf vielen Gebieten erkennt man also einen Gott außerhalb Christi. Die Frage ist jedoch: Was ist gemeint mit «Gotteserkenntnis»? Ist die Rede von dem Gott, den Jesus offenbarte, dann kann er nicht außerhalb dieser Offenbarung erkannt werden. Durch die Offenbarung wird dann auch der Glaube geschenkt, daß das [irdische] Leben vom Gott der Bibel geschaffen ist. Gott kann [darum] wohl in der Natur gefunden werden, aber nur von dem, der dafür das richtige Auge bekommen hat.
Auf
Die einzige Bedingung ist, daß beide Seiten klar und bestimmt zur Mitte [zu kommen] suchen, zu dem Wort, das sie gehört haben: die Offenbarung durch Jesus. Wir sollen nicht auf all die Dinge schauen, die nach unserer Meinung bei den Katholiken falsch sind, und selbstbewußt verlangen, daß sie «evangelisch» werden, so wie sie nicht verlangen sollen, daß wir katholisch werden. Wir sollen selbst versuchen, die Offenbarung besser zu verstehen. Wir hätten schon Einiges nötig von der Art des jetzigen
Anne Paludan fragte, ob man eine christliche Ethik formulieren kann.
Zu verschiedenen Zeiten werden immer neue Situationen bestehen, über die sich die Ethik nicht im voraus äußern kann. Übrigens hat eine christliche Ethik nicht das Recht zu sagen: «Du sollst! Du sollst nicht!» Sie kann nur sagen: «Bedenke diese oder jene Frage nach der ganzen Bibel, d. h. lerne von der Bibel - nicht die |28 Lösung, aber die Weise, in welcher die Lösung denkbar wäre.» Das christliche Ethos besteht im Gehorsam gegenüber dem Wort, das gehört wurde; dieses Ethos ist das Leben in seinem Vollzug und kann nie von der Ethik eingefangen werden, die bloß eine Wissenschaft darüber ist.
Sekretär
Wenn damit die Taufe von Säuglingen gemeint ist, ist sie unter keinen Umständen verantwortbar. Dagegen habe ich selbst einmal der Taufe eines neunjährigen jüdischen Knaben zugestimmt, der beim Lesen der Bibel in der Schule verstanden hatte, daß Jesus der Messias sei.3 Hier war die Taufe in Übereinstimmung mit dem Neuen Testament, wo sie Konsequenz des Begehrens ist, Christ zu sein, und wo Menschen getauft werden, weil sie sagen, daß sie es möchten. Die Taufe ist ein Bekenntnis. Warum sollten wir übrigens die Säuglinge taufen? Sie sind ja ohnehin in Gottes Händen!
Ich stehe mit einem Bein in beiden Lagern, ohne deshalb neutral zu sein. Denn wenn ich im Westen bin, bin ich im Osten, und wenn ich im Osten bin, bin ich im Westen - ich bin nämlich für die Menschen sowohl im Osten wie im Westen. Ich möchte mit den Worten der Bergpredigt sagen: «Selig sind, die Frieden stiften», «denn sie sollen die Erde besitzen»4, sowohl die östliche wie die westliche. Der Kalte Krieg ist die große Sünde unserer Zeit, und die elende Propaganda mit Atombomben [in der Hand] sowohl vom Osten wie vom Westen muß doch einmal aufhören.
Nein! Unter keinen Umständen! Hier muß jede Rede vom «gerechten Krieg» aufhören.5 Es hat keinen Sinn, Atombomben zu verwenden, wenn man dadurch das zerstört, was man besitzt. Das ist wahrscheinlich der einzige Punkt, in dem ich mit meinem geehrten |29 Vorgänger als Sonningpreisträger,
Auf eine Frage von Svend Aage Nielsen nach dem «Barthianismus» und seiner Zukunft schloß
Ich habe nie verlangt, daß mir jemand nachplappern sollte. Es dreht sich nicht um mich, sondern um die Wahrheit - die Wahrheit in der Liebe. Der «Barthianismus» interessiert mich nicht.
Hiernach erhielt Barth ein Geschenk, von dem er, im Unterschied zum Sonningpreis, im voraus nichts wußte.