Karl Barth an Charlotte von Kirschbaum in Bonn
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Gelt, nun habe ich dich unerhört lange allein gelassen, und es kann da in keiner
Weise tröstlich sein, daß noch viele andere Leute mit dringlichen Anrufen aller
Art umsonst auf eine Nachricht von mir warten. Dafür kann ich nun gleichzeitig
mit diesem Brieflein den § 1 an dich abgehen
lassen.1 Ich war
ununterbrochen damit beschäftigt und hoffe nun so sehr, daß es «der Mühe wert»
war und auch für die Hörer und Leser sein wird. Es wird mir freilich katzangst
beim Gedanken, daß ich nun wohl oder übel verpflichtet bin, in dieser exakten
Weise und auf so breiter Grundlage fortzufahren. Unsere Dogmatik würde
so sicher ein schönes Buch, meinst du nicht auch! Aber welche
Summe von Arbeit wird das für mich – und dich geben! Zum Abschreiben einiges
Technische: 1. Willst du nicht doch für das Hauptexemplar ein etwas
besseres Papier anschaffen? 2. Wäre für die Anmerkungen nicht die
Anschaffung eines halb schwarz halb roten Farbbandes, wie es welche gibt und für
welches unser Maschinlein eingerichtet ist (Hebel rechts!), erfreulich?
3. Willst du und kannst du die sämtlichen W. A.-Zitate als
solche ausfindig machen? Beim Galaterbrief mußt du in der
E. A.2 festzustellen suchen, zu
welcher Bibelstelle die betreffenden Lutherworte gehören. Bediene dich dazu des
lateinischen Textes, den du in dem dicken NT auf meinem
Schreibtisch oder in deinem eigenen Vulgata-Exemplar findest. In der W. A.
stehen ja dann die Stellen oben an den Seiten. Schwieriger werden die Stellen
aus De servo arbitrio3 zu finden sein. Aber du bist so klug, daß es
dir sicher gelingt. Bitte verifiziere auch den von mir angegebenen Text und
setze überall außer den Seitenzahlen auch die erste
Zeilenzahl der W. A. hinzu. – Unterdessen gehe ich richtig an
den § 2. Mit |175 der Enzyklopädie geht es wirklich
nicht. Ich werde
Eben traf dein Brief ein!! Nein, es ist gar nicht schlimm, wenn du
mir viel schreibst, und meine
Ich eile noch, einen Brief an
Gruß von meiner