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von Kirschbaum an B. in Bern
Die Druckbogen1 habe ich bekommen, gelesen
und bringe sie sogleich zu Lempp.
Schön, daß das herauskommt. Und der «Grupper»?2 –
Wie geht es dir in Bern? – Gestern nachmittag war ich also bei Steck. Er hatte einen rührenden
Kaffeetisch gerichtet, und wir hatten es gut zusammen. Das große
bevorstehende Ereignis ist natürlich dein Kommen. Wäre es dir recht, wenn
wir an dem einen Abend deines Hierseins (ich denke 9. X.) die kleine
Arbeitsgemeinschaft von Steck versammelten? Mit den älteren Pfarrern wirst
du schwerlich zusammenkommen wollen, und die jungen, deine Schüler, sind
alle in dieser kleinen Arbeitsgemeinschaft. Vielleicht könntest du ihnen weiterhelfen und Dörr den Unterschied von Gesetz und Gebot3 klarmachen, |379 was
bis jetzt nicht gelungen scheint. Schreib mir eine Karte, ob ich das
vorarrangieren darf. Es gäbe einen großen Jubel, auch bei Emmy und Hertha!! –
Ich schicke dir als Drucksache nebst Kochs Broschüre4 den Brenner5
. Der Aufsatz von Zangerle6 wird dich
interessieren. Gollwitzer sandte
ihn, und die Jungen waren alle sehr angetan. Mir scheint bei aller
Anerkenntnis der darin vorhandenen Einsichten die Festlegung auf den Begriff
des «Einzelnen»7 etwas fatal. Bleibt er damit nicht auf der
Schaukel, während bei gründlicherer Beachtung des Heiligen Geistes dieser
Rahmen erst die notwendige Sprengung erführe? – |380 Morgen höre ich Sammetreuther
predigen. Der Kommissar8 ist
noch nicht erschienen. Jäger
soll bei Epp9
abgeblitzt sein, desgleichen Wolf Meyer! –
Im übrigen helfe ich mir durch. Von Frl. Freiling10 hatte ich
auch – ganz überraschend – einen [wa]rmen11, sehr lieben Dankesbrief. – Am Montag
nachmittag um 3 h habe ich ein Rendez-vous mit Vater Traub12. – Hast du viel Post vorgefunden
in B[ern]?? Was machst du mit Hesse?13 – Leb wohl, Karl.
Ich habe große Sehnsucht.