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Barth an v.K. in München
[Bern] Samstag, 29.9.1934
Bitte laß dir vorläufig an dieser Karte genügen. Obwohl meine Freude über deine
zwei Briefe groß war und obwohl viel zu erzählen wäre.
Aber ich bin in vollem Schuß und Zug am Anti-«Grupper» – er bekommt (in Rom
entdeckt!) den Titel: Nein! Antwort an Emil Brunner von K.
📖1 – und bin
dazwischen soviel unterbrochen, daß ich unmöglich dazu komme, mich in jener Ruhe
ans Maschinlein zu setzen, wie es meine Absicht wäre, um ausführlich an m. L. zu
schreiben. Ich habe hier
besonders mit Fränzeli eine gute Zeit. Es ist
anzunehmen, daß sich ihr Geschick hinsichtlich M[ax] Z[ellweger]2 nun doch bald erfüllen
wird. Die Sache hat bei ihr eine innerliche Wendung genommen.
Morgen erscheint er
hier. Wir hatten lange Gespräche über Alles, und
ich erfuhr, daß ich ihr «der liebste Mensch auf der Welt» sei, was ich ihr dann
doch im Hinblick auf den anrollenden M. Z. sanft verweisen mußte. Heute
nachmittag werde ich auch den verehrten Serkin3 spielen hören und
persönlich kennen lernen. Am Abend
ist die übliche Zusammenkunft mit Schädelin etc. und am Montag also mein Vortrag4. Grüße alle guten Menschen
und schreibe du mir das mehr, was ich dir heute
weniger schreibe.
«In Treue fest»5